HF.at Ligacheck – EBEL Woche 17 by eishockeynews.at
HomeEBELNationalligaDamenSpengler CupOlympiaISHARed Bull SaluteWeltmeisterschaftenExtrasLegionäre
NewsIIHF Weltmeisterschaft 2012 - FIN/SWE
Black Wings LinzKlagenfurter ACLigacheckRed Bull SalzburgTransfergeflüsterVienna CapitalsVillacher SV
HF.at Ligacheck – EBEL Woche 17
Montag, 16.Jänner 2012 - 14:11
Wir befinden uns auf der Zielgeraden des EBEL Grunddurchgangs und seit gestern sind alle Entscheidungen was die Zwischenrunde betrifft gefallen. Nun, zumindest fast alle, denn die Bonuspunkte werden in den letzten beiden verbleibenden Runden noch ausgefochten, ehe am Sonntag die ungeliebte zweite Phase der Meisterschaft beginnt. Letzte Woche auch noch ein Aufreger: der EBEL Strafsenat. Mal wieder.
Inhaltsverzeichnis:
» Das war in Woche 17...
» 1. Black Wings Linz (1 Sieg, 2 Punkte, 5:5 Tore)<
» 2. Medvescak Zagreb (1 Sieg, 3 Punkte, 4:3 Tore)
» 3. Red Bull Salzburg (1 Sieg, 2 Punkte, 7:7 Tore)
» 4. Olimpija Ljubljana (2 Siege, 4 Punkte, 11:8 Tore)
» 5. KAC (0 Siege, 1 Punkt, 3:6 Tore)
» 6. Fehervar (1 Sieg, 2 Punkte, 9:8 Tore)
» 7. Villacher SV (2 Siege, 4 Punkte, 4:2 Tore)
» 8. Graz 99ers (1 Sieg, 2 Punkte, 4:5 Tore)
» 9. Vienna Capitals (0 Siege, 1 Punkt, 3:4 Tore)
» 10. Orli Znojmo (1 Sieg, 2 Punkte, 4:4 Tore)
» 11. HK Jesenice (0 Siege, 0 Punkte, 1:3 Tore)


Das war in Woche 17...

Beginnen wir mit dem Sportlichen. In der vergangenen Woche sind die letzten noch offenen Entscheidungen über die Direktqualifikation für das Viertelfinale endgültig gefallen. Wenig überraschend hat sich dabei der Tabellenstand der letzten Wochen bestätigt und mit Fehervar und Ljubljana haben die letzten beiden Teams den Sprung in die Platzierungsrunde geschafft. Ein Blick auf die Top 6 zeigt, dass die nicht-österreichischen Teams ganz offensichtlich wettbewerbsmäßig nicht nur Boden gut gemacht, sondern einige Mannschaften sogar überholt haben. Die Erste Bank Eishockey Liga ist bekanntlich keine rein österreichische Angelegenheit mehr, sondern versteht sich als internationale, länderübergreifende Liga – und das bestätigt sich nun auch in der Platzierungsrunde.

Drei Teams aus Österreich, eines aus Ungarn, eines aus Kroatien und eines aus Slowenien – das ist die bunte Mischung, für welche die nächsten Wochen grundsätzlich belanglos sind. Diese sechs Mannschaften stehen schon im Viertelfinale, sie spielen sich sozusagen nur noch das Heimrecht für die Play Offs aus. So gesehen sind jetzt Niederlagen auch keine Tragödien, es geht eigentlich nicht mehr um viel. Das wird auch von den Spielern und Trainern unter der Hand bestätigt, wenngleich die Vereine selbst durchaus ein Interesse am Heimrecht haben. Das kann immerhin auch Mehreinnahmen bedeuten, was die „Schatzmeister“ freut, aber auch sportlich könnte es durchaus entscheidend sein, wenn man ein eventuelles siebtes und entscheidendes Spiel zu Hause absolvieren kann. Das mag zwar in der Theorie richtig gut klingen, doch ob das reicht, um in der Platzierungsrunde so richtig Gas zu geben, darf bezweifelt werden. Dort wird vermutlich der Gedanke an erster Stelle stehen, sich jetzt nur nicht so kurz vor den Play Offs zu verletzen.

Ganz anders unter dem Strich, wo mit Wien, Villach und Graz gleich drei Mannschaften auf Augenhöhe agieren und wohl die größte Anwartschaft auf die zwei letzten Play Off Plätze haben. Nicht außer Acht zu lassen ist jedoch Znojmo, das in den letzten Wochen einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht hat und Überraschungspotential hat. Wichtig wird jetzt noch sein, wer sich für die Platzierungsrunde welche Bonuspunkte holt. In einer Phase der Meisterschaft, in der es insgesamt nur noch 16 Punkte zu gewinnen gibt, um festzustellen, wer dann im Viertelfinale steht, können 3 Bonuspunkte schon ein Riesenschritt sein. So schlimm diese Quali-Runde für die Fans so manchen großen Favoriten sein mag, dadurch dass gleich drei ÖEHV Vertreter dabei sind, wird sich die mediale Aufmerksamkeit auch „nach unten“ richten. Wären stattdessen nur die Nicht-Österreicher in dieser Hoffnungsrunde gestanden, hätte der Aufmerksamkeitslevel wohl deutlich nachgelassen.

Medial dürfte es sich also durchaus auszahlen, dass die Liga so ist, wie sie sich jetzt darstellt, rein finanziell spricht man zumindest in Wien schon von großen Einbußen auf Grund der Qualifikationsrunde. Das kann man wohl auch in Villach annehmen, wobei die Adler eine stolze Serie zu verteidigen haben. Die Kärntner sind seit Neugründung der Bundesliga noch jedes Jahr in den Play Offs gestanden und wollen diesen Lauf selbstverständlich fortsetzen. Die Vienna Capitals waren seit ihrer Rückkehr in die höchste Spielklasse nur ein Mal nicht dabei (2004) und schafften in den letzten sechs Jahren immer den Sprung ins Halbfinale.

Keine guten Erinnerungen haben die Graz 99ers an die Zwischenrunde, die es zuletzt 2007/08 gab. Damals wurden die Steirer Neunter und verpassten das letzte Mal den Play Off Zug. Der HK Jesenice durfte in den letzten beiden Jahren immer nur zuschauen, wenn in der EBEL das Viertelfinale lief – und realistisch gesehen wird sich das im heurigen Jahr nicht ändern.

Zurück zum Heute bzw. besser gesagt zur letzten Woche. Diese hatte es durchaus in sich, was die Aufreger betraf. Vor allem der Strafsenat sorgte für einiges an Diskussionsstoff und ließ damit die Außendarstellung der EBEL nicht gerade sehr professionell erscheinen. Die ersten Schlagzeilen wurden gemacht, nachdem der Linzer Justin Keller einen Open Ice Hit gegen den Grazer Daniel Woger gefahren hatte. Im Spiel wurde der Oberösterreicher mit keiner Strafe belangt und sofort nach der Partie befragten die Anwesenden TV Journalisten Schiedsrichter-Advisor Lyle Seitz. Der hat immerhin über 700 NHL Partien gepfiffen und soll die EBEL Referees besser machen. In einer ersten Analyse bestätigte er das Urteil der Schiedsrichter und bemerkte „kein Foul“. Das sah allerdings der Strafsenat nicht so. Dieser wurde zwar nicht von den Grazern angerufen, sondern wurde mehr oder weniger von selbst tätig, was schon einmal eine Premiere in dieser Saison ist. Gerade so, als wollte man zeigen, wer in der Liga die Kompetenzen hat, sprach der Strafsenat über Keller eine Sperre von 6 Partien aus.

Sicher, man kann diese Sperre vertreten, die Länge wurde vermutlich so gewählt, damit es zumindest eine kleine Strafe für die Linzer ist, da sie zu diesem Zeitpunkt bereits fix für die Platzierungsrunde qualifiziert waren. Das öffentliche Bild war allerdings ein ganz schlechtes, was sich gleich nach der nächsten Runde fortsetzte. In Zagreb wurde Sasa Martinovic nach vermeintlichem Foul an Gregor Hager vom Eis gestellt. Wie sich anhand der TV Bilder herausstellte, eine Fehlentscheidung. Was macht der Strafsenat? Er revidiert die Matchstrafe und gibt den EBEL Referees die nächste Ohrfeige, in dem man eine Tatsachenentscheidung im Nachhinein aufhob. In der Vergangenheit wurde in solchen Fällen die automatische Sperre von einem Spiel bestätigt und so konnte jeder sein Gesicht wahren. Hinter vorgehaltenen Händen schütteln Trainer und Spieler über derartige Entscheidungen bereits die Köpfe, was die Schiedsrichter dazu sagen, kann man sich denken. Diese stehen ohnehin und meist auch zurecht in der Kritik, auf die Art und Weise, wie in der letzten Woche gehandelt wurde, hat man die Dauerkritik allerdings nicht reduziert, sondern das Ansehen der Schiedsrichter weiter untergraben.

Was passiert nächstes Jahr?
Während es schon in der Gegenwart spannend wurde, lässt sich auch für die Zukunft viel Diskussionsstoff erwarten. Mit den Diskussionen rund um die Nationalliga rückt auch wieder ein möglicher Auf-/Einsteiger aus dem Westen Österreichs ins EBEL Blickfeld. Vor allem Dornbirn wird zugetraut, dass es mittelfristig diesen Schritt gehen könnte, wenngleich die Vorarlberger (wie schon in den letzten Jahren) derzeit die etwas schüchterne Braut geben. Vor allem finanziell fühlen sich die Bulldogs noch nicht so weit, um in der Erste Bank Eishockey Liga mitzuspielen. Hier darf man sich als geneigter Zuseher aber schon fragen, warum gerade potentielle Einsteiger aus Österreich immer gleich vorne mitspielen wollen. In Znaim und Jesenice werden auch kleinere Budgetbrötchen gebacken und trotzdem ist man ein anerkannter Gegner und kann sich gewisser Sympathien erfreuen. Gerade der diesjährige Liganeuling aus Znojmo hat ja von Beginn weg erklärt, dass man das erste Jahr als Lernjahr sehe und erst später erwartet, sich Richtung Play Offs orientieren zu können.

In diesem Zusammenhang auch etwas zum HK Jesenice. Hier vermehren sich schon wieder die Gerüchte, wonach die Krainer in der nächsten Saison endgültig nicht mehr an der EBEL teilnehmen werden bzw. können. Zwar wurden diese aufkommenden Meldungen vom HKJ sofort dementiert, wenn man sich aber an die Ereignisse im Spätsommer und die finanziellen Probleme im Herbst erinnert, käme eine derartige Entscheidung nicht unbedingt überraschend. Was nicht heißt, dass sie nicht schade wäre, denn gerade Jesenice zählt zu den beliebtesten Teams in der Liga.

HF.at blickt auch nach Woche 17 kurz zurück und schaut, wie es den einzelnen Teams so ergangen ist in den letzten Runden des Wochenendes. Mit den Auf- und Absteigern, den Überraschungen und auch den Spielern der Woche.



» Zu Teil 2: 1. Black Wings Linz (1 Sieg, 2 Punkte, 5:5 Tore)<









554 follower